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Dresden. Sinnbild Frauenkirchen
Reiner Burger
Frankfurter Allgemeine 28/10/2005

Vor mehr als vierzehn Jahren meinte der Baurat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in einer Denkschrift gegen den Wiederaufbau der Frauenkirche: „Wenn wir mit der Frauenkirche ,die Welt' erreichen wollen, dann durch das Zeichen der Ruine." Wie sehr der Mann irrte, wird nicht erst am Sonntag deutlich werden, wenn zum feierlichen Weihefest der Frauenkirche die Blicke auf Dresden gerichtet sind. Das Verdikt war schon kurz nach der Veröffentlichung widerlegt. Der „Ruf aus Dresden", mit dem eine Gruppe Dresdner Bürger um Pfarrer Karl-Ludwig Hoch und den Trompeter Ludwig Güttier am 45. Jahrestag der Zerstörung ihrer Stadt durch alliierte Bomber für den Wiederaufbau des Gotteshauses warben, erreichte in kurzer Frist die Herzen vieler Menschen in allen Teilen der Welt. Es entstand eine regelrechte internationale Bürgerbewegung: Hunderttausende Spender aus aller Herren Länder haben erst möglich gemacht, daß die kühne Vision Wirklichkeit wurde. Rund 100 Millionen Euro, Dreiviertel der reinen Baukosten, kamen aus privaten Zuwendungen zusammen. Ein einmaliges Spendenwerk für einen Wiederaufbau.
Welch schöne Parallele. Denn auch die Frauenkirche, die der Dresdner Ratszimmermeister George Bahr von 1726 an errichtete, war zum großen Teil aus Spenden der Bürgerschaft finanziert worden. Bis Februar 1945 bildete die Frauenkirche am Neumarkt auch städtebaulich das Zentrum der Bürgerstadt Dresden. Das für Gläubige und Ungläubige eingängigste Argument für den Wiederaufbau war deshalb, daß man auf ihre Kuppel im Stadtbild schlichtweg nicht verzichten kann. Weil es nach dem Inferno vom Februar 1945 und der „zweiten Zerstörung" Dresdens durch sozialistische Stadtplaner fast nichts Bürgerliches mehr in ihm gab, beherrschten Resi-
denzgebäude das Bild: das Schloß, die katholische Hofkirche, der Zwinger, die Brühische Terrasse. Die Frauenkirche ist ebenso von großer Bedeutung für die deutsche und europäische Kultur. Der monumentale Zentralbau mit der genialen und einzigartigen „steinernen Glocke" ist ein Hauptwerk der protestantischen Kirchenbaukunst.
Gegen den Wiederaufbau der Frauenkirche sind viele Argumente vorgebracht worden. Nicht eines hat sich als überzeugend erwiesen. Daß die Kirche sich nicht mit einer zusätzlichen unkalkulierbaren Last behängen solle, schien zunächst das schwerwiegendste, wurde allerdings schnell vom überwältigenden Spendenfluß weggespült. Nun muß die Landeskirche nicht einmal für die Finanzierung der zweiten Pfarrstelle aufkommen, die vor kurzem eingerichtet wurde. Der Theologe wird sein Gehalt von der Stiftung Frauenkirche bekommen.
Vor allem aus kirchlichen und kirchennahen Dresdner Kreisen war lange zu hören, Ruine und Trümmerhaufen seien als Mahnmal für die Verheerungen des Krieges und die sinnlose Zerstörung der Stadt zu erhalten, denn im Grunde sei die barocke Frauenkirche als historisches Denkmal von ihren Überresten abgelöst worden. Doch hätte sich die, mahnende Wirkung der Ruine auf unabsehbare Zeit erhalten lassen? Kunsthistoriker meinten, daß dies eine Illusion sei. Ruine und Trümmerberg hätten gesichert, künstlich aufbereitet und konserviert werden müssen. Der Schrecken wäre einer eher idyllischen Romantik gewichen. Auch konnte der Gedenkort mit Leichtigkeit politisch instrumentalisiert werden. Das SED-Regime deutete die Überreste der Frauenkirche und die Leere rundherum als Mahnmal gegen die „anglo-amerikanischen Kriegstreiber". Nach der Wende versuchten rechtsextreme Kreise mit derselben Absicht die Ruine als Symbol für sich
zu nutzen. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche hat dem ein Ende gesetzt, als sich ihre Synode im März 1991 für den Wiederaufbau entschied. Der damalige Landesbischof sprach von der Wunde, die es zu heilen gelte, statt sie künstlich offen zu halten. Daß dies auch Dank der Hilfe ehemaliger Kriegsgegner gelang, macht den Wiederaufbau zu einem weit über Europa hinausstrahlenden Sinnbild der Versöhnung.
Aus Westdeutschland kam die Fundamentalkritik an der Rekonstruktion. Sie fußte auf der Überlegung, daß künstlerische Originalität nicht wiederholt werden könne. Doch das widerspricht der aus der Renaissance überkommenen Kunsttheorie, wonach der Entwurf, die Idee, nicht aber die Ausführung eines Bauwerks einmalig sei. Mit ihrer beeindruckenden Arbeit am Jahrhundertbauwert haben die Baumeister, die Handwerker und Künstler der neuen Frauenkirche diese Theorie auf eindrucksvolle Weise verifiziert. Eingehend haben sie die vielen Pläne und Skizzen studiert, die von der Frauenkirche erhalten waren, haben sich aus alten Büchern die Techniken ihrer Handwerker-Altvorderen angeeignet, um den Entwurf so auszuführen, wie es Bährs Absicht gewesen war.
Das Projekt Frauenkirche hat eine Kraft entwickelt, der sich kaum jemand entziehen konnte. Und doch bleibt es ein großes Wagnis, in der einstigen Kernregion der Reformation ein Gotteshaus zu errichten. Denn nach vierzig Jahren Sozialismus ist die Bevölkerung weitgehend entchrist-licht. So wird das wiedererstandene Gotteshaus zwar die tausendjährige Geschichte der Frauenkirche an dieser Stelle Dresdens fortführen, aber keine eigene Gemeinde mehr haben. Die neue Gemeinde der Frauenkirche sind heute die vielen Hunderttausend Spender und Förderer und vor allem die Touristen, die nun Tag für Tag in die Kirche kommen werden. Das ist zugleich eine Chance auch für die - kon-fessionsübergreifend gemeinte - Institution Kirche. Der lichte, farbenfrohe Innenraum der Frauenkirche wird dabei seine Wirkung entfalten. Zumal der Blick in die allegorisch ausgemalte Innenkuppel zu den zentralen Dimensionen des Lebens führt: Glaube, Liebe, Hoffnung und Barmherzigkeit. Gott sei Dank hat sich die Landeskirche zu diesem einzigartigen Bauwerk als Sinnbild der Verkündigung bekannt.



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