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Gettys Kulturimperialismus. Italien wehrt sich: Ein Proze gegen illegalen Antikentransfer
29-LUG-2005 VENEDIG, 28. Juli - Die Welt



Mitte November wird in Rom ein Strafgerichtsproze erffnet, bei dem nicht nur eine Mitarbeiterin des kalifornischen Getty-Museums auf der Anklagebank sitzt, sondern die amerikanische Kulturpolitik im ganzen - oder, wie man frher gesagt htte: der Kulturimperialismus. Italiens Behrden wollen nmlich beweisen, da die ehemalige Getty-Kuratorin Marion True vor zehn Jahren rund vierzig antike Kunstwerke im Wert von rund zwanzig Millionen Dollar angekauft hatte, obwohl diese offensichtlich aus Raubgrabungen im Groraum Neapel stammten. Implizit heit das: Ihr Museum nahm den Raub billigend in Kauf. Weil dies der erste Proze dieser Art ist, blickt nicht nur der internationale Kunsthandel, sondern auch die Museumsszene gespannt nach Rom. Die kriminelle Grauzone, in der sich vor allem der Handel mit antiken Stcken immer schon bewegt, soll beleuchtet, der Sumpf trockengelegt werden. Ob dieser groe internationale Krimi" - so der Corriere della Sera" - vor Gericht wirklich einen Abschlu finden kann, ist allerdings offen.
Das berchtigte Genfer Zollfreilager, in dem Tausende Kunstwerke ganz legal bis zum Ablaufen von Fahndungen und Verjhrungen schlummern und dabei von Hndlern und Interessenten aus aller Welt schon einmal besichtigt werden knnen, geriet bereits nach den Plnderungen irakischer Fundsttten bei der amerikanischen Invasion in die Medien. Ebendort, in Genf, wollen italienische Fahnder nun den Nachweis gefunden haben, da etruskische Vasen, Trinkgefe, ja Freskenreste aus dem pompejanischen Umkreis illegal vom Getty-Museum angekauft wurden. Sollte der sechste Strafgerichtshof in Rom das auch so sehen, kommen auf die amerikanischen Museen bedeutende Restitutionsforderungen zu. Sowohl die monumentale Venus von Morgantina" aus einer innersizilianischen Grabung, die derzeit im Getty von Los Angeles ausgestellt wird, als auch der zugehrige Silberschatz im New Yorker Metropolitan Museum fallen nach Ansicht der Staatsanwlte unter dieselben Delikte: Schmuggel, Kunstraub, organisierte Kriminalitt.
Der Hndler der morgantinischen Schtze wurde bereits in Italien zu zehn Jahren Haft verurteilt, sein Schweizer Kollege Emanuel Robert Hecht, der die rmisch-etruskischen Ankufe des Getty-Museums vermittelte, steht nun gemeinsam mit Marion True in Rom vor Gericht. Zweihundert Zeugen sollen klren, ob der Ankauf den juristischen Standards entsprach - oder ob
man bewut in Kauf nahm, obskure Stcke nach einer Schonfrist in die glamourse Sammlung eines der reichsten Museen der Welt einzureihen.
Der zustndige Abteilungsleiter im italienischen Kulturministerium, Giuseppe Proietti, deutet an, da es hier auch um einen atlantischen Moralgraben geht: Wir wissen, da Italien und die Vereinigten Staaten unterschiedliche Betrachtungsweisen ber Kulturgter und ihre Eigentmer haben." Der Proze kommt zu einem Zeitpunkt, da in Italien die Debatte ber die laxe amerikanische Achtung fr die Souvernitt alteuropischer Lnder hochkocht, nachdem CIA-Agenten ohne Kenntnis der italienischen Behrden einen verdchtigen Imam aus Mailand in den Nahen Osten entfhrten. Auch die Erschieung des italienischen Geheimdienstmannes Calipari in Bagdad durch amerikanische Soldaten hat das Ansehen der Vereinigten Staaten in Italien stark beschdigt. Nun also auch noch transatlantischer Kunstraub?
Der Kunstkrimi von Rom trifft die Ankufer von der anderen Seite des Atlantiks um so schmerzlicher, weil die italienische Lage durchaus mit der irakischen vergleichbar ist: Beide Lnder mssen bisher den Kunstraub wie frher Kolonien die Raubzge der Eroberer erdulden. Sind es in Sizilien oder dem zunehmend in die Hnde der Cosa Nostra abgleitenden Neapel organisierte Verbrecher, die fr auslndische Interessenten Grabungshorizonte eiskalt zerstren und dabei Polizei wie Kunstbehrden bestechen und einschchtern, so ist die Situation im gesetzlosen Irak noch viel drastischer. Dort haben nach dem Leerrumen der Museen lngst Stammesgruppen die systematische Plnderung der zuvor gutgesicherten Sttten bernommen; Archologen befinden sich hier nach dem amerikanischen Einmarsch in Lebensgefahr, whrend der internationale Kunsthandel nach der Invasion ein Goldenes Zeitalter" fr mesopotamische Schtze feiert. Knnte nach Rom nicht auch Bagdad die Amerikaner verklagen?
Da es ausgerechnet italienische Truppen sind, die diesen Feldzug auf dem Gelnde des antiken Babylon untersttzen, dabei aber wie alle Invasionstruppen meist nur sich selbst, nicht aber die Archologie kontrollieren knnen, macht den Proze in Rom noch pikanter: Kann sich Italien mit einem nationalen Proze berhaupt noch gegen die Ausruberung wehren? Oder hat auch hier die globalisierte konomie die Macht ber die Gter bernommen?
DIRK SCHMER



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